Begriff: Skripte
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Skripte
Die Diskussion darüber, ob ein Skript sinnvoll erscheint oder nicht, ist uralt und es gibt kein allgemein gültiges Rezept dafür. Es existieren in der Hochschullandschaft absolute Skriptgegner, die damit argumentieren, dass erstens nur eigenes Mitschreiben Lernen und Behalten fördert und zweitens die Studierenden an das wissenschaftliche Arbeiten und an selbstständiges lebenslanges Lernen von Anfang an herangeführt werden sollen, denn später gibt es auch keine Lehrenden und keine Skripte mehr. Andererseits sind auch Hochschulen zu finden, in denen zu jeder Lehrveranstaltung ein Skript vorher ins Netz gestellt werden muss – sozusagen als Service für die Studierenden. Dort stößt ein Lehrender, der sich den Gewohnheiten der Kolleginnen und Kollegen nicht angleicht, leicht auf Schwierigkeiten. Mitschreiben in Lehrveranstaltungen kann das Lernen fördern, wenn es in Maßen gefordert wird. Wichtig ist dabei, den Studierenden die Zeit zu lassen, selbst entscheiden zu können, was sie mitschreiben und was nicht und vor allem, dass sie eine Chance haben, ihre Mitschrift mit eigenen Worten zu formulieren (vgl. 2. Stufe des Verstehens der Lehrzieltaxonomie). Jedoch kann sich Mitschreiben auch nachteilig auf das Lernen auswirken, wenn es in der Lehrveranstaltung nur darum geht, möglichst viel mitzuschreiben als einzige Chance zum späteren Nachlesen und das eigentliche Erarbeiten, Lernen und Verstehen erst im Nachhinein erfolgen kann – ähnlich einer Reise, auf der alles fotografiert oder gefilmt werden muss und die wirklichen Schönheiten und Höhepunkte der Reise erst zu Hause beim Betrachten der Fotos und Filme erkannt werden.