Begriff: Lernpsychologische Tipps

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Lernpsychologische Tipps

Eine Lehrveranstaltung sollte immer einen erkennbaren Anfang und Abschluss haben. Diese und weitere Hinweise zur Gestaltung einer Lehrveranstaltung lassen sich aus den Erkenntnissen der Lernpsychologie folgern. Studierende sind erwachsene Lernende, deshalb sollten die Hinweise aus der Erwachsenen- und Weiterbildung mit in die Gestaltung einfließen: Der Haftwert des Lernens ist wesentlich größer, wenn die Studierenden den Lehrinhalt nicht nur hören, sondern aktiv damit umgehen. Aus der Erwachsenenbildung sind folgende Hinweise für die Gestaltung der Lehre bedeutsam:
• Die Bedeutung für die Studierenden, warum der Lehrinhalt gelernt werden soll und was sie damit anfangen können, soll zum Semester- bzw. Lehrveranstaltungsbeginn deutlich gemacht werden.
• Der Stoff darf nicht zu schnell dargeboten werden. Zusammenfassungen und Wiederholungen von wichtigen Punkten erleichtern das Behalten.
• Anknüpfen an das vorhandene Wissen durch Vergleiche aus anderen bekannten Bereichen (z.B. Roststellen an Autos als Einführung in Werkstoffkunde) fördert das Behalten.
• Der Lehrstoff soll übersichtlich strukturiert sein und in überschaubaren Lerneinheiten vermittelt werden. Eine Struktur zu Beginn der Veranstaltung bzw. des Semesters erleichtert das Lernen.
• Pausen sollten an geeigneten Stellen eingeplant werden und nicht eine Einheit im Lehrstoff zerreißen.
• Der Gesamtzusammenhang zwischen dem Gelernten und der Anwendung soll deutlich gemacht werden (in welchen Situationen hilft das Gelernte weiter).
• Genügend Trainingsphasen zur Festigung des Gelernten und zur Ausführung unter Anleitung müssen eingeplant werden.
• Hilfe zur Selbsthilfe ist notwendig, d.h. wie bilden die Studierenden sich mit dem erworbenen Grundwissen selbst weiter, um noch mehr Bereiche kennen zu lernen und Neues ausführen zu können.