Begriff: Konstruktivismus

Reiter

Konstruktivismus

Eine konstruktivistische Überzeugung vorausgesetzt „lernt das Gehirn bzw. wird das Gelernte dauerhaft behalten“, weil das menschliche Gehirn ein relativ geschlossenes System ist, das Informationen selbst organisierend verarbeitet. Das bedeutet, dass Nervenzellen sich durch elektrische Schaltungen gegenseitig aktivieren oder deaktivieren und so Muster und Strukturen speichern. Außenwahrnehmungen initiieren Lernprozesse, die für eine ständige Veränderung und/oder Anpassung an das vorhandene Wissensnetz sorgen. Grundlage hierfür ist die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, sich netzwerkartig zu organisieren und sich ständig den Erfordernissen seines Gebrauchs anpassen zu können (Neuroplastizität). Die wesentliche Leistung des Gehirns besteht also darin, die von den Sinnesorganen übertragenen Impulse aus der Außenwelt permanent zu interpretieren. Dabei schafft es sich seine Konstruktion davon, wie Wirklichkeit sei, ohne zu wissen, wie sie wirklich ist. Was ein Mensch wahrnimmt, sind demnach seine Erfahrungen mit den Dingen, nicht aber die Dinge selbst.