Begriff: Einstiegssituation

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Einstiegssituation

Die gelungene Einstiegssituation zu Beginn einer Lehrveranstaltung, meistens die erste Veranstaltung im Semester, erfüllt folgende Funktionen, um das Lehren und Lernen zu erleichtern: Erste Funktion ist das so genannte „Warming up“: Ihre Aufgabe als Lehrende/r ist es, den Studierenden die Befangenheit zu nehmen, sie mit der Situation vertraut zu machen und auch miteinander bekannt machen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Vorstellung Ihrer Person, der Hinweis auf Ihr Portfolio und die Kommunikations- und Unterstützungsmöglichkeiten auf der Lernplattform etc. Ein guter Einstieg soll auch auf die kommende Lernsituation vorbereiten: Dazu gehört das Abschalten von Gedanken aus den vorangegangenen Situationen und/oder privaten Problemen, das Konzentrieren auf die Lehrveranstaltung, das Einstellen auf das Lernen an sich und das Lernen in dieser Veranstaltung. Schaffen Sie eine gute Lern- und Arbeitsatmosphäre als Grundlage für Ihre Lehrveranstaltung. Eine wichtige Funktion des Einstiegs ist Interesse zu wecken. Für den Lerngegenstand zu motivieren bzw. auf den Lerninhalt neugierig zu machen, sind zwei Aspekte, die zum einen die Frage der Studierenden beantworten: „Warum sitze ich hier und was bringt mir das für mein Studium?“, und zum zweiten dem Gehirn signalisieren: „Hier kommt etwas Neues, auf das ich neugierig bin“ (s. Das Gehirn ist eine Neugiermaschine). Ein guter Einstieg beinhaltet nicht nur, dass das Lernthema vorgestellt wird, sondern in den Gesamtzusammenhang des Studiums und der Fächer eingeordnet wird. Zudem werden die zu erreichenden Lernziele dargestellt, die geplanten Arbeitsschritte begründet sowie die Methoden und der Verlauf der Lehrveranstaltung beschrieben, damit die Studierenden wissen, was in dieser Veranstaltung auf sie zukommt und was wann von ihnen erwartet wird. Eine weitere Funktion einer Einstiegssituation ist es, Vorkenntnisse und Vorerfahrungen in Erinnerung zu rufen, damit Bekanntes mit Neuem verknüpft werden kann (Anschlusslernen ermöglichen) und Sie als Lehrende/r an die vorhandenen Erfahrungen der Studierenden ansetzen können. Ein guter Einstieg bezieht die Studierenden mit ein, d.h. die gegenseitigen Erwartungen werden gemeinsam abgeklärt, die Mitverantwortung der Studierenden für den Lernprozess verdeutlicht und begründet, und mögliche vorhandene Kompetenzen einzelner Studierender berücksichtigt und mit einbezogen (Zielgruppenanalyse: Studierende mit abgeschlossener Ausbildung oder Zweitstudium).
Ein Modell, was diese Situation zu Beginn verdeutlicht, ist das Eisbergmodell aus dem Bereich der Kommunikation, das in seinen Ursprüngen auf Sigmund Freud zurückreicht (Schulz von Thun 2011). Im Eisbergmodell wird unterschieden zwischen der Sachebene und der Beziehungsebene. Während die Sachebene über dem Wasser zu sehen ist (die Spitze des Eisbergs, bis zu 20%), liegt die Beziehungsebene unter der Wasseroberfläche verborgen (ca. 80%) und wird deshalb nicht so sehr beachtet. Sie ist aber sehr wichtig für eine gute Kommunikation sowie für ein optimales Lernen und spielt besonders in Einstiegssituationen eine entscheidende Rolle.